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                          Interview mit Scott Stevens, Captain der New Jersey Devils

DHN: Hi Scott, zum zweiten mal in New Jersey, sozusagen Rückkehr nach langer Zeit. Was hat sich im Team verändert, was im Umfeld. Wie gefällt es dir hier?

Stevens: Ja, das war eine lange Zeit. Als ich damals nach Philadelphia gegangen bin, war ich nicht sonderlich erfreut, denn eigentlich hatte ich NJ immer als meine Heimat angesehen. Trotzdem freue ich mich, wieder hier spielen zu können. Was das Team angeht, so kenne ich eigentlich nur noch den GM, der mich damals auch zu den Flyers schickte mit den Worten: „Wer weiß, wie lange der noch spielen wird.“ Das ist jetzt fast fünf Jahre her, vielleicht war es damals etwas kurzsichtig. Aber ich bin nicht nachtragend und finde, dass hier etwas aufgebaut wurde, was einen beruhigt in die Zukunft blicken lässt.

DHN: Wenn man aber die Entwicklung der drei letzten Saisons betrachtet, könnte man einen anderen Eindruck gewinnen. Da ging es doch deutlich bergab.

Stevens: Das ist richtig, aber man musste bzw. leidet immer noch unter dem Titelwahn 2002, als man wirklich alles in Bewegung gesetzt hat, um unbedingt Champ zu werden. Tja, das klappte nicht und 2003 hielt man sich irgendwie über Wasser, um dann den radikalen Schnitt zu machen. Da sind sicher auch Fehler passiert, aber Nobody is perfect. Der Draft 2004 führte in die richtige Richtung.

DHN: Passt es dann dazu, dass man mit Frolov/Regehr ein sehr begehrtes Duo abgegeben hat oder war das ein Fehler?

Stevens: Auf den ersten Blick sieht das natürlich so aus, doch wenn man einen absoluten Franchiseplayer verpflichten kann, muss man einfach zugreifen. Und Ken (Klee) kenne ich noch aus gemeinsamen Zeiten in Washington, der ist schon ein sehr guter und zuverlässiger Mann. Vermutlich hat man das gemacht, um mehr Erfahrung in die Defense zu holen, da sind doch einige noch recht grün hinter den Ohren.

DHN: Wie siehst du deine Situation, wird man mit dir planen, wirst du vielleicht noch mal wechseln oder welche Pläne hast du?

Stevens: Das ist mit GM anbo bereits eingehend erörtert worden. Meine letzte Karrierestation heißt New Jersey, ein Wechsel ist ausgeschlossen, da ich eine No-trade Klausel in meinem Vertrag habe. Persönlich habe ich vor, noch ein oder zwei Saisons zu spielen, wenn ich mich weiter fit fühle, aber wenn ich Chris (Chelios) sehe, spiele ich vielleicht noch länger. Meine Hauptaufgabe ist aber, die jungen Leute wie Tyutin, Ference, Egener und Suter ans Team zu führen, beim Feinschliff von Tanabe zu helfen und natürlich bei den Games ordentlich aufzuräumen.

DHN: Welche Ziele hat das Team für diese Saison, was erscheint dir persönlich machbar?

Stevens: Da gab es vor kurzem ein Gespräch mit dem GM und das eindeutige Ziel für 2005 ist der Titel (lacht). Nein, im Ernst. Wenn ich Hockey spiele, möchte ich immer möglichst viel erreichen, aber realistisch erscheint, dass wir um den Einzug in die Play Offs mitspielen, dann sollte man nicht unbedingt auf die Habs treffen und vielleicht wäre was drin, aber mal abwarten, die Saison ist noch sehr lang, wir haben erst 11 Spiele absolviert.

DHN: Vor einiger Zeit hatte man den Eindruck, dass die Motivation für die Saison 2005 eher – sagen wir mal – bescheiden ist. Das scheint sich geändert zu haben. Wie kann man sich das erklären?

Stevens: So genau weiß ich das nicht, aber es könnte sehr stark damit zusammenhängen, dass man dank Calgary und den Sharks an einem Team bastelt, was nicht nur spielerisch in der Lage ist, mitzuhalten sondern vor allem auch noch mit Spielern gefüllt ist, die man als echte Wunschspieler bezeichnen kann, das macht sicher viel aus. Ich weiß z. B. genau, dass es den GM freut, wenn er Paddy und Petr auf dem eis sieht oder er sich spitzbübisch freut, wenn ein Kolnik trifft, ein Tyutin einen Hit landet oder Tanabe/Friesen die Defense auffressen.

DHN: Das klingt sehr positiv, es gibt aber doch sicher auch Schwächen!

Stevens: Ja, fangen wir mal mit der Defense an, hier ist ein Mann wie Fitzpatrick natürlich nicht zufrieden, will auch mal spielen, aber das entscheidet der Coach. Was die Offense angeht, so könnte ich mir vorstellen, dass Viktor Kozlov gerne hier hin käme, nur die Finanzierung erscheint schwierig, auch Maddog (John Madden) würde mir gefallen. Vielleicht sollte man sich in diese Richtung bemühen.

DHN: Zum Abschluss noch eine Frage, es gibt Gerüchte, dass es bereits Angebote für Paddy (Elias) geben soll. Was ist da dran?

Stevens: Sagen wir mal so, einer der besten Spieler der Liga ist immer begehrt, doch glaubt mir, der wird nicht verkauft. Nun ja, zumindest nur extrem teuer, durchaus vergleichbar mit den Preisen die für junge Spieler in dieser Liga bereits bezahlt wurden. Da dies niemand machen wird, sollte seine Zukunft nur bei den Devils liegen.
 

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